Rheuma, Kiefergelenke, Kieferorthopädie!

Wie hoch sind Risiko und Häufigkeit einer rheumatoiden Mitbeteiligung der Kiefergelenke?

Eine Mitbeteiligung der Kiefergelenke findet sich etwa bei 50% der Patienten mit J I A (juvenile ideopathische Arthritis). Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Krankheit sehr früh einsetzt (vor dem 4. Lebensjahr), lange andauert und einen schweren Verlauf nimmt. Sind mehr als fünf Gelenke betroffen (polyartikuläre J I A genannt) und sind Rheumafaktoren nachweisbar, steigt das Risiko ebenfalls. Außerdem sind bei Mädchen die Kiefergelenke häufiger befallen als bei Jungen.

Wie sieht die Behandlung aus?
Leider ist Rheuma nicht heilbar, so dass sich die Behandlung der entzündlich befallenen Kiefergelenke auf Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, Verhindern oder Verringern der Gelenkschädigung und den Erhalt der Funktion bei Unterkiefer-bewegungen konzentriert.
In der akuten Phase werden die Kiefergelenke mit einer Schiene behandelt, die in der Rheumasprechstunde regelmäßig kontrolliert werden muss. Ergänzend erfolgt die Medikation durch den betreuenden Rheumatologen.
Hat während der akuten Phase eine Gelenkschädigung und somit auch eine Wachstumsänderung des Gesichtsschädels stattgefunden, besteht das Ziel der Behandlung darin, diese Schädigung auszugleichen. Hierzu werden in den Phasen der Remission, d.h. in der Zeit, in der die Beschwerden der Entzündung zeitweise nachlassen, kieferorthopädische Apparaturen eingesetzt, die das Unterkieferwachstum fördern.
Um diese beiden Phasen gut voneinander abgrenzen zu können, ist die enge Zusammenarbeit von Zahnarzt/Kieferorthopäde und Kinderrheumatolge sehr wichtig. Nur so können zum passenden Zeitpunkt geeignete therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.

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