Kieferfehlbildungen und Kieferorthopädie (Teil 2)

Oft sind die ersten Merkmale einer Kieferfehlbildung:

1. ein offener Mund und Mundatmung

-         die Mundatmung macht anfällig für  Erkältungskrankheiten und Entzündungen im Nasen-Rachenraum, auf den Frontzähne trocknen Zahnbeläge an, was wiederum kariöse Defekte verursacht; die Lippen trocknen aus, werden spröde und rissig, mit der Folge, dass ständiges Lippenlecken zu einem Habit (schlechte Angewohnheit) mit Schädigung der Hautareale um den Mund herum führt. Außerdem kann der Nasen- Rachenraum unterentwickelt sein, was wiederum zu Sprachstörungen führen kann.

2. das Einlegen der Unterlippe zwischen die Zähne (Lippendysfunktion)

-         führt zu Vorschub und Kippung der oberen Schneidezähne

-         Zungenpressen beim Schluckvorgang (Zungendysfunktion)

-         > führt zum offenen Biss und Vorschub und / oder Kippung der oberen Schneidezähne

-         vermehrter Speichelfluss

-         > die Aussprache kann verwaschen oder undeutlich klingen

-         Artikulationsstörungen wie z.B. Lispeln

-         Fehlbildung der S-Laute, interdentale Lautbildung von L,T,D und N, Lautersetzungen: SCH wird zu S; CH wird zu ß; K und G werden zu T und D; DR und TR werden zu GR und KR

-         Gesamtkörperspannung und Haltungsschwäche

-         die Folge: durch das Ungleichgewicht zwischen Wangenmuskulatur und der oberen Zahnreihe entstehen ein- oder mehrere Kreuzbisse und ein zu schmaler Oberkiefer

-         Schnarchen (nachts)

-         Ursachen  für das Schnarchen sind z.B. die nach hinten abgedrängte oder durch Rücklage des Unterkiefers falsch gelagerte Zunge, die den hinteren oberen Rachenraum einengt.

 

Zusammenhang orofaziale Dysfunktionen und Ernährung:

 

Orofaziale Dysfunktionen können bei den Kindern dazu führen, dass die Nahrung nicht gründlich gekaut werden kann. Die Kaumuskulatur wird nicht oder kaum beansprucht. Die optimale Verdauung wird beeinträchtigt und der Zahnhalteapparat kann überbeansprucht sein.

 

 

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